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Die Palästina/Nahost-Initiative Heidelberg und
die katholische City-Pastoral Heidelberg laden ein:

Stille Vertreibung
Zur rechtlichen Lage der palästinensischen Bevölkerung in Ostjerusalem
 
Vortrag von Anica Heinlein
Politologin und Mitglied der Nahost-Kommission von Pax Christi
Do, 16. 06. 16, 19:30
Gemeindesaal der kath. Altstadtgemeinde HD, Kettengasse 10 a
Eintritt frei
www.pal-ini-hd.de
Treffen der Palästina-Nahost-Initiative: jeden 2. und 4. Do im Monat, 20:00, Welthaus, Hbf HD
Palästina-Stammtisch: jeden 1. Mi im Monat, 20:00, Löwenkeller, Rohrbacher Str. 92, HD
 
Im Teilungsplan der UN-Resolution 181 aus dem Jahr 1947 war vorgesehen, dass ganz Jerusalem als gesondertes Gebiet („Corpus Separatum“), neben den Territorien für einen jüdischen und einen palästinensischen Staat, unter internationale Treuhandschaft gestellt wird. Dazu ist es allerdings nie gekommen.
Zwischen 1948 und 1967 war Jerusalem in zwei Gebiete geteilt: Westjerusalem unter israelischer und Ostjerusalem unter jordanischer Kontrolle.
1967 eroberte Israel den Ostteil, um ihn dann 1980 zu annektieren. Es erklärte einseitig ganz Jerusalem zur „ewigen und ungeteilten Hauptstadt Israels.“ Der UN-Sicherheitsrat verurteilte diese Annexion. Auch die internationale Gemeinschaft erkennt sie nicht an. Kein Land hat in Ostjerusalem eine diplomatische Vertretung.
Die Palästinenser sehen Ostjerusalem (das Stadtgebiet östlich der Waffenstillstandslinie von 1949) als die Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates. Auch die UN und die EU haben diese Sicht.
Der Status von Jerusalem gehört zu den zentralen Konfliktthemen in israelisch-palästinensischen Verhandlungen, in denen dieses Problem auf Druck Israels immer wieder ausgeklammert wurde bzw. wird. Stattdessen schafft Israel einseitig fortwährend Fakten, die das Leben der Palästinenser in Ostjerusalem unerträglich machen und das Ziel haben, sie von dort zu vertreiben: Abriss palästinensischer Häuser, fast totales Verbot für Palästinenser, neu zu bauen, Vernachlässigung der Infrastruktur, Mauerbau zur Ausgrenzung des palästinensischen Hinterlandes, Sonderstatus der palästinensischen Bevölkerung …
Das alles geschieht weithin in Stille und ohne dass unsere Politiker dazu öffentlich Stellung nehmen - geschweige denn etwas dagegen unternehmen.
Anica Heinlein, die einige Jahre in Ostjerusalem gelebt hat, dort im zivilen Friedensdienst tätig war, will diese Vorgänge hörbar machen, damit sie bei uns bekannt werden und uns zum Einsatz für eine gerechte Lösung ermutigen.
          Eintritt frei. Zur Deckung der Unkosten bitten wir um Spenden.