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Theologe als Judenfeind

Deutsches Pfarrerblatt in der Kritik

Von Katja Tichomirowa

Frankfurter Rundschau vom 25.08.2011, Seite 5

 

Berlin Als juden- und israelfeindlich haben die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit einen Artikel im Deutschen Pfarrerblatt kritisiert. Er provoziere "schwerwiegende Bedenken", heißt es in einem Brief des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit an den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, Nikolaus Schneider. In seinem Artikel plädiere der Alt-Theologe Jochen Vollmer mit "vorgeblich christlich-theologischen Argumenten" für eine Absage an die theologisch begründete Solidarität mit Israel, heißt es in dem Brief. Zudem werde die Rechtmäßigkeit der Gründung Israels bezweifelt und der Vorwurf erhoben, Israel habe palästinensisches Land geraubt. Der Koordinierungsrat bat um eine "klärende Stellungnahme des Ratsvorsitzenden der EKD. Die wird es zunächst nicht geben, hieß es am Mittwoch. Das Deutsche Pfarrerblatt sei "kein Organ der EKD", erklärte ihr Sprecher Reinhard Mawick, sondern vielmehr das Organ des Verbandes der Pfarrerinnen- und Pfarrervereine. Er könne allerdings nachvollziehen, dass Passagen des Artikels als Bestreitung des Existenzrechts Israels verstanden werden könnten. "Dies ist weder die Position der EKD noch ihres Ratsvorsitzenden", versicherte Mawik. Vollmer hatte den rheinischen Synodenbeschluss zum Verhältnis von Christen und Juden als "theologisch fragwürdigen Versuch, Schuld zu kompensieren" bezeichnet.