Rat der Kirchen Frankfurt

aus der Web-Site von RAT DER RELIGIONEN FRANKFURT:

Rat der Religionen Frankfurt

Gemeinsame Erklärung

Religionsfreiheit ein Menschenrecht!

Begrüßung des Vorsitzenden des Rates der Religionen Frankfurt
beim Podium „Wenn Glaube stört – Was ist religiöse Diskriminierung?“

3. Februar 2010, 20 Uhr, Haus am Dom

Guten Abend und herzlich willkommen zum heutigen Abend.
Mein Name ist Athenagoras Ziliaskopoulos und als Vorsitzender des Rates der Religionen Frankfurt möchte ich Sie herzlich zur ersten, vom Rat mit veranstalteten Podiumsdiskussion begrüßen.

Unser Thema heißt:
Wenn Glaube stört – was ist religiöse Diskriminierung?
Mit dieser Überschrift haben wir uns eines ebenso komplexen wie auch aktuellen Themas angenommen und zugleich vorgenommen, einen differenzierten und konstruktiven Beitrag zur Debatte zu leisten.

Der Rat der Religionen Frankfurt hat sich am 1.4.2009 gegründet und besteht zurzeit aus 23 Mitgliedern aus 9 Religionsgemeinschaften.

Der Rat fühlt sich naturgemäß der im Grundgesetz verankerten Religionsfreiheit besonders verpflichtet – dies beinhaltet u.a. bekanntermaßen das Recht, die jeweils eigene Religion frei auszuüben, wie auch das Recht, keine Religion zu haben.
Auch daher ist uns der Respekt und der Dialog mit nicht-religiösen Menschen ein Anliegen.

In bisherigen Stellungnahmen hat der Rat deutlich gemacht, dass er jede Form von Diskriminierung, Fanatismus und Gewalt ablehnt, insbesondere gegen eine Religion, aber auch im Namen einer Religion.

Er (der Rat) ist sich bewusst und in Sorge darüber, dass in zahlreichen Ländern das Recht auf freie Ausübung der Religion eingeschränkt oder gar nicht vorhanden ist, mancherorts so weit, dass Menschen um ihr Leben fürchten müssen. Die Diskriminierung und gewaltsamen Ausschreitungen gegenüber Christen in Ägypten oder im Irak, gegenüber den Bahai und anderen religiösen Minderheiten im Iran, oder gegenüber Muslimen und Christen in China sind nur einige wenige, aktuelle Beispiele in einer langen Liste von Gewalt im Namen von Religion gegen andere Religionen oder gegen Religion und Religionen im Allgemeinen.
In Deutschland hat der anti-islamisch motivierte Mord an der Muslima Marwa El-Sherbini in Dresden national wie auch international Aufsehen erregt. Islamfeindlichkeit ist laut Umfragen ein wachsendes Phänomen in unserem Land.
Antisemitismus, oft in Verbindung mit dem Nahostkonflikt, zeigt bei uns immer wieder neu sein hässliches Gesicht. Die Rundumüberwachung auch der Frankfurter Westendsynagoge durch die Polizei ist dafür trauriges Zeugnis.
Aber auch andere religiöse Minderheiten sind von Vorurteilen und Diskriminierung bei uns betroffen – darüber mehr zu erfahren, ist ein Anliegen des Abends.

Dort wo es im Rahmen seiner Möglichkeiten liegt, wird sich der Rat der Religionen Frankfurt für Religionsfreiheit, gegenseitigen Respekt und Akzeptanz einsetzen. Gemeinsam wollen wir daher heute Abend auch überlegen, was wir hier vor Ort gegen Vorurteile und Diskriminierung tun können.

Für entsprechende konstruktive Anregungen und Diskussionsbeiträge ist der Rat der Religionen immer offen.

Gleichzeitig möchte der Rat hier und heute alle Verantwortlichen dazu aufrufen, die politischen Einfluss insbesondere auf internationaler Ebene haben, diesen Einfluss im Blick auf dieses wichtige Menschenrecht geltend zu machen und damit seiner weltweiten Durchsetzung zu verhelfen!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen spannenden und lehrreichen Abend, der einem wesentlichen Anliegen des Rates dienen möge: dem Einsatz für ein friedliches und gerechtes Miteinander in dieser Stadt und darüber hinaus.

Vielen Dank.