Was gesagt werden muss

Von Günter Grass

 

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt 'Antisemitismus' ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.
Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.

 

(Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 4. April 2012)

Englische Übersetzung hier>>>
Französische Übersetzung hier>>>

nobel

Einige der Kommentare dazu, chronologisch geordnet (Stand 7.5.12):

4.4. DIE ZEIT:
Der lyrische Präventivschlag des Günter Grass
Der Nobelpreisträger fürchtet, Israel könne den Iran "auslöschen" – mithilfe deutscher U-Boote. Doch sein Prosagedicht relativiert die Rolle der iranischen Diktatur. mehr >>>

4.4. FOCUS:
Dichter kritisiert Iran-Politik Günter Grass: „Israel gefährdet den brüchigen Weltfrieden“
...weiter lesen auf FOCUS Online >>>

4.4. Frankfurter Rundschau:
Der Blechtrommler
In einem Gedicht äußert sich Günter Grass über die drohende Kriegsgefahr zwischen Israel und dem Iran. Er unterstellt Israel, womöglich gleich das gesamte „iranische Volk auslöschen“ zu wollen. Doch er verliert kein Wort über die Bedrohung Israels durch den Iran. Henryk M. Broder kontert und holt die große Keule heraus mehr>>>
http://www.fr-online.de/meinung/kommentar-zu-guenter-grass-der-blechtrommler,1472602,14676430,view,asFirstTeaser.html

4.4. DIE WELT
Henryk M. Broder: Günter Grass, der ewige Antisemit
Der Schriftsteller Günter Grass veröffentlicht am heutigen Mittwoch ein Gedicht gleichzeitig in "La Repubblica" und in der "Süddeutschen Zeitung". Es beginnt mit dem Satz "Warum schweige ich". In den nächsten Zeilen erklärt Grass, dass er Angst habe, Israel zu kritisieren: "Das Verdikt Antisemitismus ist geläufig." Autor Henryk M. Broder hat für die "Welt" das Gedicht analysiert. Für ihn ist Grass "der Prototyp des gebildeten Antisemiten".
mehr, falls man sich das antun mag>>

4.4. WELT ON LINE
Henryk M. Broder: Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter
Günter Grass hatte schon immer ein Problem mit Juden, aber so deutlich wie in einem neuen "Gedicht" mit dem Titel "Was gesagt werden muss" über Israel und den Iran hat er es noch nie gesagt. mehr>>>

4.4. DIE WELT:
Mißfelder kritisiert Grass-Gedicht als "geschmacklos"
Köln - Die in Gedichtform vorgebrachte Israel-Kritik von Günter Grass sorgt für Aufsehen. Das Gedicht sei geschmacklos, unhistorisch und zeugt von Unkenntnis der Situation im Nahen Osten, sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder, dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Israel sei das einzige Land in der Region, in dem die Rechte von Arabern und die Rechte von Frauen überhaupt realisierbar seien. Es in die Rolle des Aggressors zu bringen, halte er für falsch. nur wenig mehr>>>
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/schlaglichter_nt/article106155619/Missfelder-kritisiert-Grass-Gedicht-als-geschmacklos.html

4.4. SPIEGEL
Günter Grass holt gegen Israel aus
Es ist ein medialer Rundumschlag gegen Israel. "Warum schweige ich?" fragt sich Günter Grass in einem Gedicht über den Iran-Konflikt, das in deutschen, amerikanischen und italienischen Zeitungen veröffentlicht wurde. Der Literaturnobelpreisträger wirft Israel vor, den Weltfrieden zu gefährden. mehr>>>

4.4. SPIEGEL:
Lyrischer Erstschlag
Ein Kommentar von Sebastian Hammelehle
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass. mehr>>>
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,825669,00.html

4.4. STERN:
Israel-kritisches Gedicht sorgt für Empörung
Ist Günter Grass ein Antisemit? Der Literaturnobelpreisträger ist in einem Gedicht mit der Atompolitik Israels hart ins Gericht gegangen. Kritiker werfen ihm Agitation und Judenfeindlichkeit vor. mehr>>>:

4.4. TAGESSPIEGEL:
Günter Grass: Die Atommacht Israel gefährdet den Weltfrieden
Günter Grass! Der Literaturnobelpreisträger hat wieder etwas geschrieben – ein Gedicht zum Atomkonflikt mit dem Iran. Und was für eines. Es ist politisch, prosaisch, und es geht hart mit Israel ins Gericht. mehr>>>

4.4. TAGESSPIEGEL
Malte Lehming: Günter Grass – ein Kreis schließt sich
Wenn der Geist in Deutschland seine Hand nach dem Mob ausstreckt, meint unser Autor Malte Lehming, droht einerseits die Vergeistigung des Mobs, andererseits die Verrohung des Geistes. Ist Günter Grass ein Antisemit? Ja, das ist er. Das beweist sein jüngstes Gedicht "Was gesagt werden muss", das ebenso treffend "Die Juden sind unser Unglück" hätte heißen können. mehr>>>

4.4. HAMBURGER ABENDBLATT:
Grass' Kritik an Israel stößt auf heftigen Widerstand
Zentralrat der Juden nennt Gedicht "unverantwortlich". Israelische Botschaft bezeichnet es als "aggressives Pamphlet der Agitation". mehr>>>

4.4. TAZ:
Grass kritisiert israelische Politik
Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat in einem Gedicht die israelische Politik gegenüber dem Iran kritisiert. Gleichzeitig bekundete er seine Verbundenheit mit Israel. mehr>>>
http://www.taz.de/Atomstreit-mit-dem-Iran/!90924/

4.4. Botschaft des Staates Israel:
Der Gesandte Emmanuel Nahshon zur Veröffentlichung Günter Grass'
Was gesagt werden muss ist, dass es zur europäischen Tradition gehört, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. mehr>>>
http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Nahshon-zu-Grass.aspx

4.4. ARD Tagesschau:
Sturm der Entrüstung nach Grass' Gedicht
Mit heftiger Kritik an Israels Atompolitik hat sich Literaturnobelpreisträger Günter Grass öffentlich zu Wort gemeldet und damit eine Welle der Empörung ausgelöst. viel mehr>>>
http://www.tagesschau.de/inland/grassgedicht106.html

4.4. RATIONALGALERIE:
GRASS-GEDICHT ZUM KRIEG: Vom schrecklichen Unrecht Recht zu haben
Autor: U. Gellermann Text hier>>>
http://www.rationalgalerie.de/archiv/index_2_343.html

4.4. ARD/WDR
Thomas Nehls, WDR: Friedenspreis statt Schelte für Günter Grass
ARD-Hauptstadtstudio
Empörend, ja beängstigend ist nicht der Vorstoß von Günter Grass, sondern das Bündel der meisten Berliner Reaktionen. mehr>>>

4.4.
NDR KULTUR:
Grass: Kritik verletzend und nicht würdig
Literaturnobelpreisträger Günter Grass fühlt sich von seinen Kritikern missverstanden. Gegenüber dem NDR nahm er erstmals nach der Veröffentlichung seines umstrittenen Israel-Gedichts "Was gesagt werden muss" Stellung. Grass wörtlich: "Der durchgehende Tenor ist, sich bloß nicht auf den Inhalt des Gedichtes einlassen, sondern eine Kampagne gegen mich zu führen, und zu behaupten, mein Ruf sei für alle Zeit geschädigt." mehr>>>

4.4.
ARD / rbb:
Korrespondent: Silke Engel (RBB) Grass-Gedicht: Harsche Reaktionen aus der Politik
Sender: ARD Berlin Datum| Uhrzeit: 04.04.2012 15:29 Uhr Dauer: 3'45

4.4. Deutschlandradio Kultur:
Israelischer Historiker hält Günter Grass für "pathetisch" und "egozentrisch"
Tom Segev: Grass ist aber "kein Antisemit" und auch "nicht antiisraelisch"
Moderation: Andreas Müller
Es gebe in Israel seit längerer Zeit eine rege Diskussion darüber, ob das Land den Iran angreifen solle oder nicht, sagte der israelische Historiker und Journalist Tom Segev. Er finde es deshalb pathetisch, dass ein deutscher Schriftsteller da auf einmal "sein Schweigen brechen" müsse.Tom Segev: Grass ist aber "kein Antisemit" und auch "nicht antiisraelisch" mehr und hören>>>

4.4. FAZ
Frank Schirrmacher: Was Grass uns sagen will: Das Gedicht „Was gesagt werden muss“ von Günter Grass ist ein Dokument der Rache.

4.4. NEW YORK TIMES
Günter Grass’s Poem About Israel Provokes Intense Criticism
The German novelist and Nobel laureate Günter Grass has come under intense criticism after publishing a poem saying that Israel, not Iran, was the Mideast’s greatest threat to world peace, more>>>

4.4. SPIEGEL ONLINE INTERNATIONAL
Outrage in Germany / Nobel Laureate Grass Attacks Israel in New Poem
German author Günter Grass has accused Israel of "endangering a world peace that is already fragile."
In a move that has drawn angry reactions in Germany, Nobel Prize-winning author Günter Grass has published a new poem criticizing Israel's policies against Iran. Historically, Grass has been outspoken in his political views, but many believe the author has now broken a taboo. more>>>

4.4. DIE ZEIT
Josef Joffe: Der Antisemitismus will raus
So denkt ES in ihm: Günter Grass schreibt ein Gedicht über Israel, das Sigmund Freud jubeln ließe. Denn es gibt tiefe Einblicke in sein Unterbewusstsein. mehr>>>

4.4. THE GUARDIAN
Günter Grass launches poetry attack on Israel
German Nobel literature laureate Günter Grass says Israel is a threat to world peace in his poem What Must Be Said more>>>

4.4. HAARETZ
German Nobel laureate Gunter Grass' new poem: Nuclear Israel is a threat to world peace
Grass publishes a poem criticizing Israel's role in the Israel-Iran conflict; Israel embassy in Germany says poem is 'blood libel.' more>>>

4.4. JERUSALEM POST
German author says Israel endangers world peace
BERLIN - Nobel Prize-winning German writer Guenter Grass has attacked Israel as a threat to world peace and said it must not be allowed to launch military strikes against Iran, in a poem that one German newspaper branded "anti-Semitic."
Grass, 84, a seasoned campaigner for left-wing causes and a critic of Western military interventions such as Iraq, also condemned German arms sales to Israel in his poem "What must be said," published in several newspapers on Wednesday. more>>>

4.4. ALAKHBAR ENGLISH
Nobel winning German author says Israel endangers world peace
Nobel Prize-winning German writer Guenter Grass has said in a poem that Israel is a threat to world peace and said it must not be allowed to launch military strikes against Iran.
Grass, 84, a seasoned campaigner for left-wing causes and a critic of Western military interventions such as Iraq, also condemned German arms sales to Israel in his poem "What must be said", published in the Sueddeutsche Zeitung daily on Wednesday. more>>>

5.4. AL ARABIYA
German Nobel laureate accuses Israel of plotting Iran’s annihilation

5.4. JUNGE WELT:
Werner Pirker: Neo-Totalitarismus Kesseltreiben gegen Günter Grass
Günter Grass hat das Unglaubliche gewagt. Er hat die israelische Politik gegenüber dem Iran einer scharfen Kritik unterzogen. In Gedichtform machte der Schriftsteller Israel den Vorwurf, »alles vernichtende Sprengköpfe« auf den Iran zu richten. »Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag«, schreibt er, »der das iranische Volks auslöschen könnte«.
Das Imperium der veröffentlichten Meinung schlug umgehend zurück. Als federführend erwies sich einmal mehr Henryk M. Broder, der in einem Beitrag für Die Welt Günter Grass als »Prototyp des intelligenten Antisemiten«, der immer schon »ein Problem« mit Juden gehabt habe, bezeichnete. mehr>>>

5.4. JUNGE WELT:
Rüdiger Göbel: Günter Grass hat recht Von
Was gesagt werden muß« – 383 Worte kurz ist die Stellungnahme des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Günter Grass, in der er Israel wegen dessen Haltung im Atomkonflikt mit Iran und die deutschen Waffenexporte in die Krisenregion kritisiert. Sein Text erschien am Mittwoch in der Süddeutschen Zeitung, der New York Times, El Pais und La Repubblica. Das Prosagedicht, inhaltlich deckungsgleich mit Dutzenden Aufrufen der Friedensbewegung zu den bevorstehenden Ostermärschen, schlug ein wie eine Bombe. Binnen Stunden brach sich ein anschwellender Bocksgesang Bahn, der in massive Antisemitismusvorwürfe gipfelte.
Was hat Günter Grass Schlimmes geschrieben: Er warnt – in ausdrücklicher Verbundenheit mit dem Land Israel – vor einem israelischen Erstschlag, »der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte«. Er warnt Deutschland davor, mit der Lieferung eines weiteren U-Bootes nach Israel, »dessen Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist«, »Zulieferer eines Verbrechens« zu werden. Er warnt, »die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden«. Und schließlich fordert Grass »eine ungehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz«. mehr>>>

5.4. Deutschlandfunk:
Günter Grass verteidigt umstrittenes Gedicht
Vorwurf des Antisemitismus sei verletzend

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat sein umstrittenes Gedicht über den Weltfrieden im NDR verteidigt. Die Kritik sei für ihn verletzend, insbesondere weil ihm Antisemitismus vorgeworfen werde. Unterdessen hält die Kritik an seinem Werk an. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu meldete sich zu Wort.
Das kommt nicht häufig vor: Deutschland interpretiert ein Gedicht - und es bewegt die Gemüter. Das neunstrophige Werk trägt den Titel "Was gesagt werden muss" und stammt aus der spitzen Feder von Literaturnobelpreisträger Günter Grass. Nun hat sich der Autor gegen die Kritik verteidigt. "Der Tenor durchgehend ist, sich bloß nicht auf den Inhalt des Gedichtes einzulassen, sondern eine Kampagne gegen mich zu führen und zu behaupten, mein Ruf sei für alle Zeit geschädigt", sagte der 84-Jährige dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). mehr>>>

5.4.
Viele Kommentare in der DLF-Presseschau

5.5. HANDELSBLATT
Dieter Graumann „Judenfeindliche Klischees ohne Ende“
Mit seinem Israel-Gedicht transportiert Günter Grass eine üble Gesinnung. Er benutzt Begriffe aus dem Nazijargon. Damit demontiert und demaskiert sich der Nobelpreisträger selbst. mehr>>>

5.4.
Rolf Verleger: Leserbrief an mehrere Zeitungen
Die meisten der von Ihnen zitierten Reaktionen auf Günter Grass kritisieren ihn heftig. Bei den von Ihnen zitierten Juden frage ich mich allerdings: Soll das ein jüdischer Standpunkt sein?
mehr >>>

5.4.
DIE ZEIT ONLINE
Grass wehrt sich gegen "Kampagne"
Auf die Kritik an seinem Gedicht reagiert Günter Grass mit einem Gegenangriff. Er geißelte die "Gleichschaltung der Meinung", es würden nur "alte Klischees" bemüht. mehr>>>

5.4.
DIE ZEIT ONLINE
Pressestimmen zu Grass "Ist der alte Deutsche plötzlich zurückgekehrt?"
Günter Grass' Gedicht über Israel und den Iran ist in der internationalen Presse auf scharfe Kritik gestoßen. Will Grass die Lektionen aus dem Holocaust besser gelernt haben als die Juden selbst? mehr>>>

5.4. Haaretz
Tom Segev:  Gunter Grass' poem is more pathetic than anti-Semitic
The famed Nobel Prize-winning author drew criticism from German newspapers, politicians and members of the Jewish community after saying nuclear Israel is a threat to world peace. But what he said has been said by many others, both in and out of Israel. more>>>

5.4. yNet
Attila Somfalvi: Netanyahu: Guenter Grass poem 'shameful'
Prime minister slams German author, says 'It's Iran, not Israel that threatens to destroy other countries'  Prime Minister Benjamin Netanyahu condemned German author Guenter Grass over a poem he wrote in which he attacked Israel as a threat to world peace.  "The shameful comparison Grass made between Israel and Iran says very little about Israel but speaks volumes about Mr. Grass," Netanyahu said Thursday. more>>>

5.4.
Stellungnahme Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden

5.4.
Martin Forberg: "Chapeau, Herr Grass! Gut gemacht!"

5.4. DER POSTILLON
UN verhängen Tinten- und Pfeifentabakembargo gegen Günter Grass
New York, Lübeck (dpo) - Die Vereinten Nationen haben ein sofortiges Tinten- und Pfeifentabakembargo* sowie weitere Sanktionen gegen Günter Grass verhängt. So soll verhindert werden, dass der Literaturnobelpreisträger an weiteren Gedichten arbeitet, die geeignet sind, den guten Ruf Israels nachhaltig zu zerstören. Ein erstes Testgedicht, das eindeutig beweist, dass Grass an einem geheimen Lyrikprogramm arbeitet, hatte zuvor zu einem einhelligen medialen Aufschrei geführt.  mehr>>>

5.4. NRhZ
Evelyn Hecht-Galinski: Kommentar vom Hochblauen zum Gedicht von Günter Grass und dessen Folgen / Kollektive Oster/Pessach-Treibjagd ist eröffnet
Ist Deutschland eigentlich noch zu retten? Mir scheint, dass sich hier in unserem Land eine gefährliche, erschreckende und hoch ansteckende Krankheit verbreitet - der Virus der Duckmäuser und Nachplapperer. Hat es nicht Tradition, Dichter und Denker zu verdammen, oder sie in die Emigration zu schicken? Schrieb nicht ein großer Vorgänger von Günter Grass, nämlich Carl von Ossietzky sinngemäß, nicht wer den Dreck verursacht, sondern der, der auf den Dreck hinweist, wird verdammt. mehr>>>

5.4.
Gilad Atzmon: Art of Resistance – a comment on Günter Grass
Outrage in Germany, Nobel Laureate Günter Grass has, once again told the truth about Israel being the greatest threat to world peace.

Günter Grass, Germany’s most famous living author and the 1999 recipient of the Nobel Prize in Literature, sparked outrage in Germany on Wednesday with the publication of a poem, “What must be said,” in which he sharply criticizes Israel’s offensive approach towards Iran. more>>>

5.4. THE GUARDIAN
Günter Grass and changing German attitudes towards Israel
The poet hopes his latest work, What Must Be Said, will prompt others to break their silence on Israel's nuclear weapons
'Günter Grass says he had not spoken out previously because his nationality forbade it: any German breaking the silence on the Israel nuclear programme may be accused of antisemitism.' Photograph: Eamonn Mccabe
The anti-war poem published by Günter Grass is a subtle but straightforward example of a tendency in Germany that the historian Dan Diner has called "exonerating projection": the relativisation of the Holocaust through the implicit equation of Israel with Nazi Germany. In the poem, What Must Be Said, the 84 year-old Nobel prize-winner who was a member of the Waffen SS as a teenager imagines himself as a "survivor" of an Israeli nuclear strike on Iran.
What must be said, according to Grass, is that "the nuclear power Israel" – rather than Iran – "endangers an already fragile world peace". Grass says he had not spoken out previously because his nationality "forbade" it: any German breaking the silence on the Israel nuclear programme may be accused of antisemitism. more>>>

5.4.
Rote Fahne: Im Vorfeld der Ostermärsche:
Geifernde Hetze gegen Friedensbotschaft von Günter Grass

5.4. SCHATTENBLICK:
Günter Grass im blinden Fleck des deutschen Imperialismus

6.4.
Jürgen Elsässer über Günter Grass
http://www.youtube.com/watch?v=2m5S0j7mx3I

6.4.
Izzeddin Musa: Günter Grass „Atommacht Israel gefährdet den Frieden“

6.4. TAGESSPIEGEL
Grass legt nach und warnt vor "Drittem Weltkrieg"
Günter Grass sieht sich an den Pranger gestellt und hält an seiner Kritik fest. Jetzt warnt er vor einem "Dritten Weltkrieg", der drohe, falls Israel Iran angreife. Aus dem Iran gibt es noch keine offizielle Stellungnahme.
Günter Grass hat seine Kritik an Israels Atomwaffenarsenal bekräftigt und vor den Gefahren eines militärischen Erstschlags gegen Iran gewarnt. "Sollte Israel - vermutlich mit sogenannten normalen, konventionellen Bomben und Sprengköpfen - Irans Atomanlagen angreifen, könnte das zum Dritten Weltkrieg führen", sagte der Literaturnobelpreisträger am Donnerstag in seinem Wohnort Behlendorf bei Lübeck in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Dabei verteidigte er ausdrücklich sein umstrittenes Israel-kritischen Gedicht „Was gesagt werden muss“ und warf einem Teil seiner Kritiker Hass vor. mehr>>>

6.4.
Was auch noch gesagt werden muss!
Intellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff und Norman Paech
-

6.4.
Felicia und Mieciu Langer: Offener Brief an Günter Grass

6.4.
Offener Brief des Vorsitzenden der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft (DPG) und der Palästinensischen Gemeinde Deutschland (PGD)

6.4.
Es musste gesagt werden
Ein Debattenbeitrag von Jakob Augstein
Mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" liegt Günter Grass richtig: Er holt Deutschland aus dem Schatten der Worte von Kanzlerin Merkel, die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen "Staatsräson". Und der Schriftsteller kritisiert zu Recht, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt. mehr>>>

6.4. Der Israelit:
Reuven Cabelmann: Was gesagt werden muss - Solidarität mit Günter Grass
Die Aufregung ist erschreckend, denn einer der größten deutschen Schriftsteller Nachkriegsdeutschlands hat es tatsächlich gewagt, sich mit einem Gedicht friedenspolitisch zu positionieren und damit - so die veröffentlichte pro-zionistische Meinung - den über alles erhabenen "Staat Israel" angegriffen. Dies ist natürlich das kapitale Verbrechen schlechthin. Allerspätestens seit dem die Interessen des zionistischen Staates seitens einer deutschen Bundesregierung höher bewertet werden als eigene deutsche.
Günter Grass will keinen Krieg gegen den Iran. Gut. Er will schon gar keinen, der mit an den zionistischen Staat gelieferten deutschen U-Booten geführt werden könnte. Noch besser. Als orthodoxer Jude kann man diese Haltung nur unterstützen. Denn nur so würde sich Deutschland wirklich seiner "historischen Verantwortung" bewusst sowie dem Grundgesetz gerecht werden und ließe sich vor allem nicht noch einmal in ein verheerendes Kriegsabenteuer hineinmanövieren. Der Dichter will das nicht - so verstehen wir ihn zumindest - weil er vollkommen zurecht nicht einsieht, dass ein neuer vom Nationalzionismus provozierter Weltbrand zudem noch mit deutscher Unterstützung entstehen sollte. ... mehr>>>

6.4.
Arn Strohmeyer::
Genug der Heuchelei! Endlich spricht es einer aus: Israel bedroht den Weltfrieden

6.4. ZEITZEICHEN evangelisch.de
Herta Müller zu Grass: "Das muss er selber verantworten"
Literaturstreit - Deutschland debattiert das gegen die Politik Israels gerichtete Gedicht von Günter Grass: Während die meisten Reaktionen kritisch ausfallen, sieht sich der 84-jährige Literaturnobelpreisträger einer "Kampagne" ausgesetzt.
Die Kritik an dem "Gedicht" von Günter Grass zum Konflikt zwischen Israel und dem Iran hält an. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Äußerungen des Schriftstellers am Donnerstag als ignorant und verwerflich. Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller sagte in Prag, Grass solle sich lieber zurückhalten, er sei nicht in der Lage, neutral zu urteilen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, warf dem 84-Jährigen überzogene Israel-Kritik vor. Grass selbst bezeichnete die Vorwürfe gegen ihn in den ARD-Tagesthemen als "Kampagne".  mehr>>>

6.4. ZEITZEICHEN evangelisch.de
Nikolaus Schneider kritisiert Grass wegen Israelgedicht
Poesiestreit - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat dem Schriftsteller Günter Grass überzogene Israel-Kritik vorgehalten.
In der Karwoche und unmittelbar vor dem jüdischen Pessachfest habe der Literaturnobelpreisträger in dem umstrittenen Gedicht "Was gesagt werden muss" der Politik Israels den Willen zum "Auslöschen" des iranischen Volkes unterstellt, heißt es in einer Stellungnahme des EKD-Repräsentanten, die am Donnerstag bekannt wurde. Dagegen werde in dem Grass-Gedicht die Bedrohung der Existenz des Staates Israel und der vom iranischen Präsidenten ausgesprochener Vernichtungswille "verharmlost und ignoriert", kritisiert Schneider, der auch rheinischer Präses ist.
Die Karwoche sei für die christlichen Kirchen bestimmt vom Nachdenken über den Weg des Juden Jesus von Nazareth in dessen Kreuzestod. Die Fragen nach dem Sinn des Leidens und Sterbens Christi und die Deutung des Karfreitaggeschehens seien eine der schwierigsten Aufgaben christlicher Theologie. Nicht selten habe sich die christliche Theologie dabei "verrannt" und hätten missverständliche theologische Antworten zu Angriffen und Ausschreitungen gegen Juden geführt", gibt der Theologe zu bedenken. "Die Schuldgeschichte unserer christlichen Kirchen wirkt - Gott sei es geklagt - bis in heutige Positionen und Auseinandersetzungen fort."
Gerade in dieser Perspektive finde er das Gedicht von Grass sowohl hinsichtlich des Inhalts als auch des Zeitpunkts der Veröffentlichung bedauerlich, ergänzte Schneider, der im März mit der "Buber-Rosenzweig-Medaille" der christlich-jüdischen Gesellschaften geehrt wurde. mehr>>>

6.4. (vermutlich, da ohne Datum im Netz)
Evangelischer Presse Dienst EPD
EKD-Ratsvorsitzender hält Grass überzogene Israel-Kritik vor

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat dem Schriftsteller Günter Grass überzogene Israel-Kritik vorgehalten. In der Karwoche und unmittelbar vor dem jüdischen Pessachfest habe der Literaturnobelpreisträger in dem umstrittenen Gedicht "Was gesagt werden muss" der Politik Israels den Willen zum "Auslöschen" des iranischen Volkes unterstellt, heißt es in einer Stellungnahme des EKD-Repräsentanten, die am Donnerstag bekannt wurde. Dagegen werde in dem Grass-Gedicht die Bedrohung der Existenz des Staates Israel und der vom iranischen Präsidenten ausgesprochener Vernichtungswille "verharmlost und ignoriert", kritisiert Schneider, der auch rheinischer Präses ist.
Die Karwoche sei für die christlichen Kirchen bestimmt vom Nachdenken über den Weg des Juden Jesus von Nazareth in dessen Kreuzestod. Die Fragen nach dem Sinn des Leidens und Sterbens Christi und die Deutung des Karfreitaggeschehens seien eine der schwierigsten Aufgaben christlicher Theologie. Nicht selten habe sich die christliche Theologie dabei "verrannt" und hätten missverständliche theologische Antworten zu Angriffen und Ausschreitungen gegen Juden geführt", gibt der Theologe zu bedenken. "Die Schuldgeschichte unserer christlichen Kirchen wirkt – Gott sei es geklagt - bis in heutige Positionen und Auseinandersetzungen fort."
Gerade in dieser Perspektive finde er das Gedicht von Grass sowohl hinsichtlich des Inhalts als auch des Zeitpunkts der Veröffentlichung bedauerlich, ergänzte Schneider, der im März mit der "Buber-Rosenzweig-Medaille" der christlich-jüdischen Gesellschaften geehrt wurde.
"Mit der Auferstehung Jesu Christi bekennen die christlichen Kirchen, dass die Lebensmacht Gottes sich als stärker erwiesen hat als die Macht des Todes", erklärt der Ratsvorsitzende. Sie sei auch stärker als Ängste und Todesdrohungen, die das Zusammenleben weltweit, vor allem aber im Nahen Osten prägten. Daraus gewönnen Menschen die Kraft und die Hoffnung, auch in aussichtslos erscheinenden Situationen für den Frieden zu beten. "Das soll und muss gesagt werden – gerade im Blick auf Israel, Palästina und den Iran", schreibt Schneider.
Quelle: http://www.epd.de/zentralredaktion/epd-zentralredaktion/ekd-ratsvorsitzender-h%C3%A4lt-grass-%C3%BCberzogene-israel-kritik-vor

6.4. ZDF-Interview mit Günter Grass
http://www.youtube.com/watch?v=mlNEymo_3zs&feature=related

6.4. MDR
Grass verteidigt sein Gedicht - Israel reagiert schärfer

Im Streit um sein Israel-kritisches Gedicht hat sich der 84 Jahre alte Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass verteidigt. Dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) sagte Grass: Der Tenor sei, "sich bloß nicht auf den Inhalt" einzulassen. Die zum Teil verletzenden Angriffe gegen ihn bezeichnete er als Kampagne, bei der "alte Klischees" bemüht würden. Grass kritisierte in dem NDR-Interview auch "eine gewisse Gleichschaltung der Meinung" in den Medien in Deutschland. Auch der Vorwurf des Antisemitismus sei vorauszusehen gewesen. mehr>>>
 

6.4. THE ATLANTIC
Heather Horn: Gunter Grass's Controversial Poem About Israel, Iran, and War, Translated
The German Nobel laureate denounced Israel's nuclear weapons, and was in turn denounced by the Israeli Prime Minister. more>>>

7.4. TAGESSPIEGEL
Christiane Peitz: Deutschland braucht keine weitere Holocaustdebatte
Mit seinem kritischen Gedicht gegenüber Israel gibt Günter Grass dem Land einen Anlass, den Konsens gegen den Antisemitismus zu erneuern. Zudem: Antisemiten und Rassisten gilt es auszuhalten.
Die Pfeife. Das Tweedsakko. Das Bücherregal. Die Holzskulpturen auf der Fensterbank – und Tom Buhrow von der ARD: Bei Günter Grass zu Hause finden sich die Accessoires eines linksintellektuellen juste milieu. Wann gab es das schon, die „Tagesthemen“ bei einem Interviewpartner zu Hause? Eine seltsame mediale Ehrerbietung für einen, der in Gedichtversen vom weltfriedensbedrohenden Israel faselt und dem in der Öffentlichkeit kaum einer zustimmt. mehr>>>

7.4. TAGESSPIEGEL
Israel will Endlösung für Palästina“
Um radikale Äußerungen verlegen war Ken Jebsen noch nie. Was der Moderator jedoch angesichts der Causa Grass in seiner Sendung zu sagen hatte, dürfte ihn endgültig in der Sparte "Verschwörungstheoretiker" verorten.
Radiomoderator Ken Jebsen – bekannt für seine frühere Show Ken FM im RBB-Radio Fritz – hat in einem am Donnerstag online gestellten Beitrag Israel vorgeworfen, einen Massenmord an den Palästinensern zu begehen. In dem 57 Minuten langen Monolog mit dem Titel „Zionistischer Rassismus (jüngstes Opfer: Günter Grass)“ entwickelte Jebsen die These, dass radikale Zionisten sowohl die USA als auch die Massenmedien unterwandert hätten. „Es ist eine mediale Massenvernichtungswaffe, die hilft, dass wir seit über 40 Jahren die Fresse halten, wenn im Auftrage des Staates Israel Menschen in Massen vernichtet werden“, sagte Jebsen mit Bezug auf die Diskussion um Günter Grass’ Gedicht „Was gesagt werden muss“. mehr>>>

7.4. DIE WELT
Rolf Hochhuth: Ich schäme mich als Deutscher
Gedichte verführen zuweilen ihre Verfasser, sich drastischer zu outen, als sie es merken: So kommentierte der israelische Ministerpräsident Netanjahu: "Ich bin nicht überrascht" - dass nämlich Grass "den einzigen jüdischen Staat als größte Bedrohung für den Weltfrieden ansieht und ihm sein Recht auf Selbstverteidigung abspricht".
Ich frage Dich, Günter Grass, hast Du je seit unser Führer am 1. September 1939, in seiner Kriegserklärung an Polen, als der ehrlichste aller Massenmörder der Geschichte, der Welt "die Ausrottung der jüdischen Rasse in Europa" vorankündigte -, hast Du seither von einem anderen Staat als dem Iran eine wörtlich fast gleichlautende Drohung gehört? Herr Netanjahu hat recht:... mehr>>>

7.4.
"Der Krieg gegen Iran hat bereits begonnen - es ist ein Krieg der Propaganda"
Rede von Norman Paech auf dem Ostermarsch in Wedel

Und wir haben Unterstützung gefunden von einem Bürger Schleswig Holsteins, dessen Stimme man nun nicht mehr überhören kann, Günter Grass. Endlich und spät aber nicht zu spät hat er gesagt, was gesagt werden muss: gegen das verbreitete Schweigen, gegen die Heuchelei und Doppelmoral des Westens, gegen die Lügen: "Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden. Weil gesagt werden muss, was schon morgen zu spät sein könnte: auch weil wir - als Deutsche belastet genug - Zulieferer eines Verbrechens werden könnten, das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre."
Hoffen wir - mit Günter Grass - dass, diese Worte "viele vom Schweigen befreien (und) den Verursacher der erkennbaren Gefahr zum Verzicht auf Gewalt auffordern". ...
die ganze Rede hier>>>

7.4.
Avner Ofrath: Über Günther Grass 
Das ist aber wirklich schön. Da schreibt der alte Grass ein zugegeben eher mittelmäßiges, stellenweise auch fragwürdiges Gedicht und verurteilt Israels Politik. Und sofort, wie ein pawlowscher Reflex, tauchen allerlei Journalisten und Politiker auf und beschimpfen ihn als Antisemit. ...Aber Grass, dem man auf einmal so leicht Antisemitismus vorwirft, ist sicherlich nicht derjenige in diesem Land, der dieses Etikett verdient hat.  >>>ganzer Text

7.4. TAGESSPIEGEL
Iran lobt Günter Grass
Die Kritik an Grass für sein Gedicht wird schärfer, "Stammtischgerede" wird ihm vorgeworfen. Mittlerweile hat sich auch der Iran zu Wort gemeldet - und lobt Grass für sein Gedicht.
Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass (84) erntet für sein Israel-Gedicht weiter scharfe Kritik aus dem In- und Ausland - auch von Schriftstellerkollegen. Rolf Hochhuth (81) griff Grass direkt an: „Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist: der SS-Mann, der das 60 Jahre verschwiegen hat, aber den Bundeskanzler Kohl anpöbelte, weil der Hand in Hand mit einem amerikanischen Präsidenten einen Soldatenfriedhof besuchte, auf dem auch 40 SS-Gefallene liegen“, schrieb er in einem offenen Brief, den „Münchner Merkur“ und „Die Welt“ am Samstag veröffentlichten. Hochhuth, der das Drama „Der Stellvertreter“ über den Vatikan in der NS-Zeit verfasst hat, meinte: „Ich (...) schäme mich als Deutscher Deiner anmaßenden Albernheit, den Israelis verbieten zu wollen, ein U-Boot deutscher Produktion zu kaufen, das möglicherweise allein ihrem kleinen Staat die letzte Sicherheit geben kann, von einer engst benachbarten Atommacht buchstäblich über Nacht nicht ausgerottet zu werden!“ Der Iran habe schließlich, den Nazis gleich, dem jüdischen Volk mit Ausrottung gedroht. Der US-Autor Daniel Jonah Goldhagen nannte Grass in der „Welt“ einen „Verfälscher seiner eigenen Nazi-Vergangenheit“. Mit seinem am Mittwoch veröffentlichten Gedicht „Was gesagt werden muss“, in dem Grass vor einem Präventivschlag Israels gegen den Iran und einem Dritten Weltkrieg warnt, kaue Grass, „nicht anders als jene am Stammtisch, die kulturellen Klischees und Vorurteile seiner Zeit“ durch, schrieb Goldhagen in einem Essay für „Die Welt“. Grass' Warnung, Israel könne das iranische Volk mit einem Erstschlag auslöschen, sei absurd. „Grass führt die Perversion - die Verkehrung von Opfern zu Tätern - auf ein neues Niveau.“ Grass hatte in dem Gedicht auch geschrieben, die Atommacht Israel gefährde den Weltfrieden. ...
Der dänische Schriftsteller Knud Romer stufte das Grass-Gedicht als „Stammtischgerede“ ein. Der Kopenhagener Zeitung „Information“ sagte Romer, Grass mache den Versuch, „Israel für einen bevorstehenden Holocaust mit ihm selbst, den Deutschen und allen anderen als Opfern verantwortlich zu machen“. ...
Der Iran lobte Grass in höchsten Tonen. „Dieses Gedicht wird zweifellos dazu beitragen, dass auch das schlafende Gewissen des Westens nun aufweckt wird“, schrieb der iranische Vizekultusminister Dschawad Schamghadri dem 84-Jährigen in einem Brief, ... <ganzer Text>>>

8.4. TAGESSPIEGEL
Nach Israel-Kritik von Grass Israels Ex-Botschafter kritisiert Einreiseverbot
Seit Tagen steht Günter Grass in der Kritik wegen seines Israel-Gedichtes - so sehr, dass er von Israel sogar ein Einreiseverbot erteilt bekam. Das empfindet der israelische Ex-Botschafter Avi Primor als äußerst problematisch. mehr>>>

8.4. HANDELSBLATT
Ich schäme mich als Deutscher“
Neben heftiger Kritik erntet Grass auch verteidigende Worte von Politikern und Kulturschaffenden. Die Rolle von Günter Grass als ehemaliges Mitglied der Waffen-SS steht im Zentrum der Kritik - eine Übersicht. mehr>>>

8.4. PALÄSTINA FORUM e.V.
Brief an Mitglieder und Freunde

8.4. BRÜCKENBAUER
Isam Kamel: Der Inquisitionsprozess im Jahr 1633: Günter Grass / G.Galilei: Das Wort ist MÄCHTIG! 
*Das Wort ist bereits gesagt. Das Wort ist mächtig. Danke an die Großdenker, danke an die Querdenker!* *Galileo Galilei war in einem Punkt gegen den Mainstream seiner Zeit und gegen die Staatsräson. Er konnte wissenschaftlich das Gegenteil beweisen (die Erde ist keine Scheibe). Auf ihn wurde Hexenjagt betrieben (das Inquisitionsprozess vom Jahr 1633).* Herr Grass hat *basierend auf Faktenlage eine Mahnung/Warnung* ausgesprochen. Dafür danken wir ihm sehr. Herr Grass hat sich damit aus unserer Sicht verewigt. Vielleicht wird das die Geschichte noch zeigen. Die Sorge von Herrn Grass ist sehr ernst zu nehmen, mehr>>>

9.4. TAGESSPIEGEL:
 Stephan-Andreas Casdorff: Mit Demokratie beschämen
Anstatt ihn aus der Komfortzone seines Ressentiments herauszuholen, reagiert Israel mit einem Einreiseverbote auf Günter Grass. Dabei hätte eine Rundreise durch das Land ihm vielleicht die Augen geöffnet.
Grass sät Hass, meint Israels Innenminister Eli Jischai und hat ein Einreiseverbot gegen GG verhängt. Um ihn selbst zu einer Hassfigur zu machen. Das ist in der Tat populistisch, wie der frühere Botschafter in Deutschland, Avi Primor, sagt. Erstens, weil Grass in einer aufgeheizten Gesamtsituation hergenommen wird, ein Exempel an ihm zu statuieren; zweitens, weil es einen Prominenten, dazu einen prominenten Deutschen, trifft, was vor allem die Anhänger der Netanjahu-Koalition einen wird; drittens, weil Grass gar nicht vorhatte, nach Israel zu reisen. mehr>>>

9.4. TAGESSPIEGEL
"Kritik ja, aber nicht von ehemaligen SS-Leuten"
Außer der Union kritisieren alle Parteien, dass Israel den Autor zur unerwünschten Person erklärt. Der Historiker Michael Wolffsohn dagegen begrüßt das Einreiseverbot für Günter Grass in Israel. mehr>>>

9.4.  HANDELSBLATT
Avi Primer - Ex-Botschafter kritisiert Einreiseverbot für Grass
Der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland hält das Einreiseverbot für ein Symbol nach Innen. Zugleich sprach er Grass von dem Vorwurf, ein Antisemit zu sein, frei. Trotzdem kritisiert er das Gedicht. mehr>>>

9.4. MIFTAH:
Joharah Baker  Pants, Poems and Israel’s Problem With The Truth
“...Guenter Grass is perfect evidence. The 84-year old Nobel Literature Laureate has been declared persona non grata in Israel and has been depicted by Israeli politicians and journalists as the devil incarnate. He just needs a pitchfork and horns to complete the picture....” more>>>

9.4. THE ELECTRONIC INTIFADA
Raymond Deane: Poem sparks debate about whether Germany should absolve Israel’s crimes

9.4. THE ELECTRONIC INTIFADA
What the Günter Grass controversy says about censorship in Europe
The furore over Günter Grass’s poem on Israel has got me thinking about how much journalists are subject to censorship in Europe. In an opinion piece for the Israeli newspaper Haaretz, Gideon Levy recalls how journalists working for the German media group Axel Springer were for many years required to sign a pledge not to write anything that questioned Israel’s “right to exist.” Not only does Axel Springer own some of this continent’s largest-circulation newspapers (such as Die Welt and Bild), it has played an important role in talks on strengthening Israel’s political and economic ties with the European Union. more>>>

9.4.
Evelyn Hecht-Galinski: Reiseverbot nach Israel für uns Alle!
"Unerwünschte Person" - woran erinnert uns das? Waren es nicht auch Carl von Ossietzky und Thomas Mann, die zu unerwünschten Personen wurden? Eine schreckliche Tradition, wie man Literaturnobelpreisträger zum Schweigen zu bringen versucht. Wann werden die Bücher brennen? Aus Solidarität mit Günter Grass sage ich: Keine Reisen mehr in den jüdischen Staat, solange dieser die Menschenrechte gegenüber dem palästinensischen Volk mit Füßen tritt. Solange er Schmutz und Hetzkampagnen gegen Günter Grass unterstützt, um diesen zum Schweigen zu bringen. Wir sollten uns alle als "unerwünschte Personen" betrachten. mehr>>>

9.4.
Alan Dershowitz
Gunter Grass Shouldn't Be Barred From Israel
The decision by Israel's Interior Minister to bar German writer, Gunter Grass, from entering the Jewish state is both foolish and self-defeating. Grass wrote an absurdly ignorant and perversely bigoted poem comparing Israel to Iran and declaring Israel to pose a great danger to world peace. He also warned Germany that by selling submarines to Israel, it is becoming complicit in a crime against humanity.
These wrong-headed views deserve to be rebutted on their demerits, as Israel's Prime Minister, Benjamin Netanyahu, did quite effectively in his public response to Grass, by exposing his "shameful moral equivalence between Israel and Iran, a regime that denies the Holocaust and threatens to annihilate Israel," by pointing out that "it is Iran, not Israel, that threatens other states with annihilation," and that it is Iran who supports the Syrian regime's crackdown of its people and "stones women, hangs gays and brutally represses tens of millions of its own citizens." Grass' poem has also been effectively critiqued by Israelis across the political and literary spectrum. That is as it should be in an open, vibrant democracy, accustomed to rancorous public debate. But a great nation, committed to freedom of expression and dissent, should not bar a critic, even a critic as bigoted as Grass, from its territory. more>>>

9.4.
Matthew Rothschild: In Defense of Gunter Grass
The controversy over Gunter Grass’s poem about Israel and Iran only confirms what Grass was saying: That it’s impossible to criticize Israel without being lambasted. Grass, the Nobel-Prize-winning author of The Tin Drum, among many other works, dared to question Israel’s first strike policy against Iran, dared to underscore “the West’s hypocrisy” that permits Israel to have an arsenal of uninspected nuclear weapons and then permits Israel to threaten to annihilate the Iranian people if Iran tries to get one of its own. For this, Grass has been roundly condemned.... more>>>

9.4. yNet Israel News
Aviel Magnezi: Israel no longer taboo in Germany?
Former Israeli ambassadors to Germany disagree over whether Guenter Grass's controversial poem breaks German taboo in criticizing Israel
From José Saramago to Roger Waters, Israel is no stranger to criticism from artists, writers and philosophers worldwide. But the magnitude of the response to a poem by German author Gunter Grass grew beyond the usual soft condemnation usually practiced in situations like this.
Did 84-year-old Grass break a taboo in the way Germans allow themselves to publicly criticize Israel? Is Germany finally shaking off its sense of commitment toward the Jewish people, 67 years after War World II? Or was this taboo broken many years ago?  more>>>

10.4.
Brief Vereinigung der FreundePalästinas

10.4. Süddeutsche Zeitung
Alfred Grosser über Kritik an Israel "Grass hat etwas Vernünftiges gesagt" Interview: Cornelius Pollmer
Der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser, Sohn jüdischer Eltern, stellt sich in der Debatte um die Äußerungen von Günter Grass auf die Seite des Schriftstellers. Ein Gespräch über den Verlauf der Diskussion in Deutschland und Frankreich, über Kritik an Israel und "jüdischen Selbsthass". mehr>>

10.4. Süddeutsche Zeitung
"Kritik-Verbot an Israel ist antisemitisch"
Der israelische Autor Uri Avnery nimmt Günter Grass in Schutz: Es sei antisemitisch darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden dürfe. Das Einreiseverbot für Grass in Israel empört derweil viele deutsche Politiker - dennoch will die SPD künftig auf seine Hilfe im Wahlkampf verzichten. mehr>>>

10.4. Süddeutsche Zeitung
Markus C. Schulte von Drach: Zerstörung von Irans Atomanlagen Welche Folgen ein israelischer Angriff hätte
Günter Grass warnt davor, Israels Politik könnte zur Auslöschung des iranischen Volkes führen. Aber welche Auswirkungen hätte ein Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen wirklich? Viel Kritik muss Günter Grass dafür einstecken, dass er in seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" davor warnt, Israel würde einen Erstschlag gegen Iran in Erwägung ziehen, der das iranische Volk auslöschen könnte. mehr>>>

10.4. TAGESSPIEGEL
SPD streitet über Wahlkampfhilfe von Günter Grass
Führende SPD-Politiker wollen künftig auf Wahlkampfhilfe von Literaturnobelpreisträger Günter Grass verzichten. mehr>>>

10.4. ALJAZEERA
Hamid Dabashi (Hamid Dabashi is Hagop Kevorkian Professor of Iranian Studies and Comparative Literature at Columbia University.)
Günter Grass, Israel and the crime of poetry
In his poem, Nobel laureate Günter Grass criticises Israel and condemns German arms sales to the Jewish state.

10.4. idea.de Das christliche nachrichtenportal
Kirchen üben einhellig Kritik an Grass-Gedicht
Berlin (idea) – Selten hat ein deutscher Schriftsteller eine solche Protestwelle ausgelöst wie der Literaturnobelpreisträger Günter Grass mit seinem Anti-Israel-Gedicht „Was gesagt werden muss“.
Darin warnt er vor einem Erstschlag Israels gegen den Iran und bezeichnet die „Atommacht Israel“ als Gefahr für den Weltfrieden. Die Reaktionen aus Politik, Kultur, Judentum und Kirchen sind fast durchweg ablehnend. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann (Frankfurt am Main), spricht von einem „Hasspamphlet“. Der aus einer jüdischen Familie stammende Literaturkritiker Marcel Reich-Ranitzki (91) nannte das Gedicht „ekelhaft“. Grass sei zwar kein Antisemit, aber er spiele gezielt auf antisemitische Neigungen in Teilen der Bevölkerung an. Darum mache ihm das Gedicht auch Angst. Der Staat Israel erklärte Grass zur „unerwünschten Person“, erteilte ihm also Einreiseverbot. Und selbst die SPD, die von Grass bei zahlreichen Wahlkämpfen unterstützt wurde, ging auf Distanz. Man wolle künftig auf seine Wahlkampfhilfe verzichten, erklärten sozialdemokratische Politiker. Lediglich die Partei „Die Linke“, die für ihre israelkritischen Attacken bekannt ist, friedensbewegte Ostermarschierer und einige Künstlerkollegen halten zu Grass. ... Führende Vertreter der beiden großen Kirchen rügten das Gedicht. Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), warf Grass eine überzogene Israel-Kritik vor. Sein Gedicht verharmlose und ignoriere die Bedrohung der Existenz des Staates Israel und den vom iranischen Präsidenten ausgesprochenen Vernichtungswillen. Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, sagte in einem Interview mit der Berliner Morgenpost, Grass verwechsle Ursache und Wirkung: „Nicht das Existenzrecht des Iran, sondern Israels ist bedroht.“ Nach den Worten des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister geht der Aufruf von Grass „an der Sache vorbei“. Es gebe seit vielen Jahren Kritik aus Deutschland an der israelischen Politik und eine Debatte um die atomare Bewaffnung des Landes: „Diese Kritik versteckt sich nicht hinter einem lyrischen Ich, das Vermutungen anstellt und sein bisheriges Schweigen aufbricht mit einem finalen Habitus.“ Deutliche Worte kamen auch von der römisch-katholischen Kirche. Nach Ansicht des Hamburger Weihbischofs Hans-Jochen Jaschke hat sich Grass ideologisch verirrt. Mit seiner moralisierenden Position stärke er antijüdische Stimmungen, sagte er im Kölner „Domradio“.
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10.4.
Martin Forberg: Einfach mal den umgedrehten Guttenberg geben. / Warum hat Hellmuth Karasek ein Zitat von Günter Grass gefälscht?

10.4. Tagesspiegel
Casdorff antwortet zum Streit um Grass "Kritik an Israel ist möglich und muss möglich sein"
Günter Grass, deutscher Autor und Literaturnobelpreisträger, hat ein israelkritisches Gedicht geschrieben. Seit Tagen wird in der Öffentlichkeit nun schon über die Causa Grass und sein Prosastück debattiert und gestritten. Auch unser Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff hat sich mit einem Kommentar eingemischt. In seinem Artikel „Mit Demokratie beschämen“ ist seine Kernthesen: Israel hätte Günter Grass nicht ausladen, sondern in das Land einladen sollen. Eine Reise nach Israel hätte dem Schriftsteller vor Augen geführt, nicht das Existenzrecht des Iran, sondern das Israels ist bedroht, wie der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge sagt. mehr>>>

10.4. DIE RATIONALGALERIE
U. Gellermann:
DIE BLECHTROMMEL Die späte Rezension eines Buches von Günter Grass
Was ist der Unterschied zwischen einem Juden und einer Geige?" fragte einer von denen in der Kneipe. Als er nach einer Kunstpause sagte: "Der Jude brennt länger!" da wieherten die dicken älteren Männer mit den bierbeglänzten Gesichtern am Nachbartisch. Ich habe damals geschwiegen, auch kein anderer wagte etwas zu sagen.
Das Schweigen war groß im Land. Der erste Auschwitz-Prozess sollte erst Ende 1963, lange nach der Veröffentlichung der "Blechtrommel", der ersten Romans von Günter Grass, beginnen und zu einem Ausgangspunkt einer sehr, sehr langsamen Änderung der Sicht auf die jüngere deutsche Geschichte werden. Die Juden waren bis zur "Blechtrommel" für mich, den jungen Deutschen, geheimnisvolle Menschen, die sehr geschäftstüchtig waren wie man hörte. Aber es musste noch etwas anderes, etwas Düsteres an ihnen geben. Aber man kannte ja keinen von ihnen. mehr>>>

10.4.
Andreas Buro: Es herrscht Gewaltsucht

10.4. HANDELSBLATT
Grass-Debatte mischt SPD auf
Die SPD tut sich schwer mit Konsequenzen aus der Debatte um das umstrittene Israel-Gedicht von Günter Grass. Einige Genossen wollen ihn nicht mehr als Wahlkampfhelfer sehen. Andere wiederum mahnen zu mehr Sachlichkeit. mehr>>>

10.4. Counterpunch
TARIQ ALI: Why No Sympathy for the Palestinians? The Disgusting Attacks on Gunter Grass
The German writer Gunter Grass (The Tin Drum) had already predicted the response to his poem in SdZ. There is no reason to be surprised, but there is every reason to be disgusted....Gunter Grass was very mild in his criticisms. He concentrated on Israeli warmongering in relation to Iran. He could have said a lot more. ... more>>>

10.4. THE PALESTINE CHRONICLE
Lillian Rosengarten: On 'Anti-Semitism', War Crimes and Old Poets
Silence in the face of apartheid is unbearable.

We can no longer remain silent nor turn our backs and pretend ignorance to a gruesome occupation of stolen land where Palestinians once lived in peace.
The situation has deteriorated as we observe Jewish settlers who spew their hate with such revulsion and racism on Palestinian families, it makes my stomach turn. The United States and Europe (by example I insist,) remain silent thus complicit, not daring to criticize the holier than thou state of Israel for fear of being called anti-Semite.
... I cannot end without mention of Gunther Grass pleading for nuclear sanity and the acknowledgment of Israel as a nuclear power. This poet seeks to break the complicit silence, to break through the lies. Can he never be forgiven for his mistake when in his youth he was briefly drawn into the nationalistic fervor in another time? Can he never redeem himself for he has given the world such powerful antiwar writings including the great “Tin Drum?” We must look at how we condemn. It is easier to condemn an old poet than occupation that exists under the nose of its deniers. more>>>

10.4. ZENITH Zeitschrift für den Orient
Farhad Payar »Günter Grass sollte wissen, dass Ahmadinejad kein Maulheld ist«
Während staatliche Medien und regimetreue Internetaktivisten Günter Grass wie einen Helden verehren, stößt sein Gedicht bei einem Teil der iranischen Internetaktivisten auf Skepsis und Ablehnung.
Das israelkritische Gedicht von Günter Grass, »Was gesagt werden muss«, wurde schon einen Tag nach seiner Veröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung ins Persische übersetzt und ins Netz gestellt. Seitdem sorgt es in der virtuellen Welt der Iraner für Aufregung. Fast alle großen und kleinen iranischen Nachrichtenportale haben sich zum Gedicht des Literaturnobelpreisträgers Grass geäußert. Der Tenor: Das »antizionistische Gedicht« unterstütze den Iran gegen Israel.  mehr>>

11.4. Leipziger Volkszeitung
Leipziger Schriftsteller Erich Loest verteidigt Günter Grass
Schriftsteller Erich Loest (86, „Nikolaikirche“) hat Günter Grass gegen die Kritik an dessen Israel-kritischem Gedicht verteidigt. „Lieber Günter, wir sind uns einig: Ein nuklearer Angriff Israels wäre ein Kriegsverbrechen mit schrecklichen Folgen“, hieß es in einem Brief Loests, den die „Leipziger Volkszeitung“ am Mittwoch veröffentlichte. „Es wäre wünschenswert, zuständige internationale Behörden würden sich Israels heißeste Keller zeigen lassen.“ mehr>>>

11.4. DIE WELT
 Henryk M. Broder: Grass macht die Antisemiten endlich modern
Günter Grass hat die Antisemitismus-Debatte auf den neuesten Stand gebracht. Der Nobelpreisträger schafft es, die Verbrechen der Nazis zu relativieren, ohne sie zu verharmlosen. mehr>>>

11.4. NRhZ
Freerk Huisken: Deutscher Dichter Günter Grass als Weltgewissen / Hat aber einiges verharmlost
"Günter Grass hat in dem Gedicht, das seit Tagen für Wirbel sorgt, darauf verwiesen, dass die Atommacht Israel den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ mit der Androhung eines atomaren Erstschlags gegen den Iran gefährdet. Zugleich greift er die deutsche Regierung an, die sich mit der Billigung von U-Boot-Verkäufen an Israel zum „Zulieferer eines Verbrechens“ machen könnte. „Internationale Instanzen“ fordert er abschließend auf, die Atomanlagen bzw. atomaren Potentiale beider Staaten einer permanenten Kontrolle zu unterziehen", schreibt Professor Freerk Huisken hier am Anfang seines Beitrags. Aber Grass habe auch einiges verharmlost bzw. ganz vergessen: die raumgreifende deutsche Außenpolitik und die Nahostpolitik der USA. Deshalb stellen wir auch diesen Artikel zum Thema Grass-Gedicht in die NRhZ. - Die Redaktion mehr>>>

11.4. HANDELSBLATT
Grass rückt israelische Regierung in Stasi-Nähe
An ein „Verdikt des Ministers Mielke“ erinnere ihn das Einreiseverbot, das der israelische Innenminister gegen ihn ausgesprochen hat, schreibt der Schriftsteller Günter Grass in einem Zeitungsbeitrag. Der Schriftsteller Günter Grass vergleicht das von Israel verhängte Einreiseverbot gegen ihn mit den Methoden der früheren DDR-Staatssicherheit. Ihm sei in der Vergangenheit zwei Mal die Einreise in ein Land verwehrt worden - in die DDR und nach Birma, schreibt der Literaturnobelpreisträger in einem Beitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe). mehr>>>

11.4. GLOBAL POST
Alex Pearlman: Israel’s free speech aversion
German writer Gunter Grass is hardly the first person to be banned for criticizing the Jewish state
Earlier this week, German writer Gunter Grass was barred from Israel for the content of his poem “What Must Be Said,” a meditation on the situation between Israel and Iran. The Nobel laureate’s piece, which warns of Israel’s military might and condemns German arms sales to Israel, caused an outrage in both countries and tempers have flared all over the Internet, both in favor of and against the content of the poem. more>>>

11.4. TAGESSPIEGEL
Grass fühlt sich an Stasi erinnert
Bislang hat er geschwiegen, jetzt äußerte sich Günter Grass mit harten Worten zum gegen ihn verhängten Einreiseverbot nach Israel. Er spricht von Zwangsmaßnahmen, DDR-Methoden und fühlt sich an Erich Mielke erinnert.
Der Schriftsteller Günter Grass hat das gegen ihn verhängte Einreiseverbot nach Israel als „Zwangsmaßnahme“ bezeichnet, die an DDR-Methoden erinnere. Zuvor sei ihm zweimal die Einreise in ein Land verboten worden - in die DDR und Ende der 1980er Jahre nach Birma, mehr>>>

11.4. PRESS TV
Nobel academy rejects Israeli demand to revoke poet's award
The Swedish Academy in charge of selecting laureates for the Nobel Prize in Literature has rejected a call by an Israeli writers group to revoke the award of German Nobelist Gunter Grass.
“Regarding the current debate over Gunter Grass’ poem “Was gesagt wered muss” (What must be said) I wish to point out that Mr. Grass received his Nobel Prize in 1999 on literary merit and merit alone - this applies to all recipients,” said Peter Englund, the permanent secretary of the Academy, on Tuesday.
“There is and will be no discussion in the Swedish Academy on rescinding the award,” said Englund. more>>>

12.4. NRhZ
Hans Fricke: Gesteuerter Amoklauf der Medien gegen das Gedicht von Günter Grass
Was auch noch gesagt werden muss!

Der gesteuerte Amoklauf gegen den Literaturnobelpreisträger Günter Grass wegen seines am 4.April veröffentlichten Gedichtes "Was man sagen muß" offenbart in besonderer Weise die enge Verbindung von Politik und Konzermedien unseres Landes mit der Kriegspolitik Israels. Der mediale Aufschrei darüber, dass ein national wie international bekannter und geachteter Deutscher den Mut hat, die israelische Führung für die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und für die zunehmende Kriegsgefahr in diesem Raum verantwortlich zu machen und der Bundesregierung durch die geplante Lieferung eines "weiteren U-Bootes" eine Mitschuld an dieser Kriegsgefahr zuzuweisen, lässt die Meute der Feuilletons und die aufgebrachten Chargen der Politik vollends aus dem Häuschen geraten. mehr>>

12.4. TAGESSPIEGEL
Hans-Jürgen Wirth: Über die narzisstische Gekränktheit alter Männer
Ihre Handlungen sind selbstdestruktiv: Sie widersprechen ihren bewussten politischen Zielen, beschädigen ihr öffentliches Ansehen und lassen Zweifel an ihrer moralischen Integrität aufkommen.
„Wer in seiner Jugend nicht Sozialist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand!“ Die Volksweisheit formuliert die Erfahrung, dass man die Dinge im Alter oft gelassener sieht. Günter Grass widerspricht diesem Muster ebenso offensichtlich, wie es sein Schriftstellerkollege Martin Walser mit der Friedenspreisrede 1998 getan hat. Welcher Hafer hat sie gestochen, dass sie den Popanz einer „fast gleichgeschalteten“ Medienmacht aufbauen müssen, um sich dieser Übermacht dann heroisch entgegenzustemmen? ...Walser und Grass agieren in hohem Maße politisch destruktiv. Ihre Verwendung antisemitischer Stereotypen könnte in Deutschland latent vorhandene Ressentiments nähren, 
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12.4. Talkrunde bei Maybrit Illner, Donnerstag, 12.4.12
http://www.youtube.com/watch?v=rjbNAGFyKRc

12.4. Financial Times Deutschland
Mohssen Massarrat: Grass hat grundsätzlich recht
Der israelische Staat hat die Angst seiner Bürger vor ausländischen Feinden zur Staatsräson erhoben. Damit hat er seine Demokratie geschwächt und die Bedrohung nur verschärft. Günter Grass hat mit seinem Prosagedicht "Was gesagt werden muß" eine wichtige Debatte über Israel angestoßen. Die internationale Gemeinschaft ist reif dafür, die Frage nach der Legitimation von Israels Staatsräson in der Vergangenheit und der Gegenwart zu diskutieren.
Der Ausgangspunkt einer zielführenden Diskussion ist das Sicherheitsbedürfnis der israelischen Bevölkerung. Ihre Angst blockiert oft die Suche nach alternativen Lösungen. Jeder Versuch, die durch palästinensische Raketen oder durch das iranische Atomprogramm in Angst versetzten Menschen für eine rationale Debatte über Ursache und Wirkung und für eine andere Politik gewinnen zu wollen, muss scheitern. Denn das Angstempfinden kennt keine moralische Legitimation, es legitimiert sich selbst. Getrieben von den Erfahrungen des Holocaust fordert Israels Bevölkerung von ihrer Regierung für sich eine "bombenfeste" Sicherheit, zu Recht. mehr>>>

12.4. Botschaft des Staates Israel verbreitet einen Artikel aus Haaretz
Ari Shavit:  Günter Grass und das Schweigen der Linken
Günter Grass hat uns alle auf die Probe gestellt. Der merkwürdige Text, den er vor einer Woche in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht hat, enthält zwar keinen Antisemitismus der alten Schule und auch keine Goebbelssche Propaganda, doch liegen unter den peinlichen Zeilen drei Aussagen verborgen, die man näher betrachten sollte. In der ihm eigenen Art sagt Günter Grass in etwa folgendes: Ich bin nicht bereit, weiterhin meinen Abscheu vor Israel wegen meiner Nazi-Vergangenheit zu unterdrücken; ich denke, dass eine Atommacht Israel den Weltfrieden gefährdet; die Tatsache, dass mein Volk 1942 die Juden ermordet hat, rechtfertigt nicht, dass Israel 2012 über Atomwaffen verfügt.
Mit den sensiblen Instinkten eines großen Schriftstellers hat Günter Grass auf radikale Art und Weise einer tiefsitzenden Auffassung Ausdruck verliehen, die sich heute in den dunklen Kellern des neuen Deutschlands, des neuen Europas und der neuen Linken ausbreitet. Dieser Auffassung zufolge ist nicht der Iran, sondern Israel heute der Aggressor im Nahen Osten. Und nicht die radikalen Schiiten, sondern die radikalen Israelis sind die neuen Nazis.
... Die Fähigkeit der Juden, sich selbst zu verteidigen und damit ihre Vernichtung zu verhindern, raubt dem Moral-Guru aus Lübeck den Schlaf. ... mehr>>>

13.4.
Arn Strohmeyer: Der Dichter, Israel und die Denkverbote

13.4. auf der Web-Site von Finkelstein:
Damn him! Why shouldn’t Israel be allowed to incinerate the planet, if it will prevent a Second Holocaust?

13.4. deLiberation
Stuart Littlewood: Good for Gunter!
Everyone and his dog now knows Israel is the problem
Can’t say I’m crazy about the German Nobel laureate’s poetry. Much is lost in translation, of course. But the sentiment expressed in ‘What Must Be Said’ is spot-on.
And now that the dust has settled we can marvel at how the avalanche of outraged squawks and screeches sent the needle clean off the Richter Scale of Zionist paranoia.
Brave Gunter Grass should wear the insults like a badge of honour. more>>>

14.4.
Uri Avnery: Günter der Schreckliche

14.4.
The Palestine Chronicle
Susan Abulhawa: Gunter Grass, German Guilt, and We're the Ones Who Pay
No matter who you are, no matter what greatness you've achieved in your life or what gifts you've given to the rest of humanity, if you criticize Israel, you must expect to become persona non grata. You should expect an utter onslaught of attacks. Otherwise rational and decent people will, one by one, genuflect and sign onto the stupid clichés and tiresome accusations that question your character, integrity and even sanity. You will be called an anti-Semite, or a self-hating Jew if you happen to be Jewish. The Holocaust will be invoked. You’ll be reminded of Hitler and Himmler and Goebbles and perhaps likened to Nazis, ... Incredibly, this dumbfounding nonsense does not occur among the paranoid fringe, but in mainstream culture! 
It happened to moral authorities like Nobel Laureates Desmond Tutu and Jimmy Carter, both of whom were called anti-Semites, crazy old fools, and worse, for daring to criticize Israel’s criminal policies toward Palestinians – the natives of the Holy Land. It happened to renowned scholars like John Mearsheimer and Steven Walt for publishing a well-documented and supported audit of Israel’s manipulation of US foreign policy through their domestic proxy lobby. Richard Goldstone was so chastised, shunned, and punished by his own community for reporting his findings that Israel had committed war crimes and crimes against humanity in Gaza that he utterly discredited himself as a jurist by retracting his well-reasoned legal conclusions based on irrefutable evidence, which was nonetheless upheld by all his colleagues and by the international legal community. Among many abuses, they called him a capo and a self-hating Jew and he was prevented from attending his grandson’s bar mitzvah. Those labels too have been hurled at intellectuals like Norman Finkelstein and Noam Chomsky – the latter actually banned by Israel from entering the West Bank to speak at Bir Zeit University. The list is too long for one article, but it stretches the full breadth of international thinkers, artists, intellectuals, clergy, moral authorities, and political figures. No one is immune from this insanity. ... The latest case in point is Gunter Grass, the German Nobel Laureate who dared to suggest glaringly obvious truths: that Israel has a robust nuclear program and it’s hinted intention to attack Iran is a threat to world stability. ... Gunter Grass has entered forbidden intellectual and political territory and the criticism against him has been intense. The other side of Germany’s silence when it comes to Israel is loud and sure chastising of Israel’s critics. Every article here in the mainstream US press mentions Germany’s “understandable” reluctance to criticize Israel, as if it’s a foregone and logical conclusion that it’s perfectly fine for Germany to sit on the sidelines – eyes, ears, and lips sealed – sending aid and weapons to a country that has placed itself above the law, a country with one of the worst human rights records in the world, and one that is engaged in systematic ethnic cleansing of the native population of the land it occupies. ... ...I can only thank Mr Gunter Grass for making a minimal gesture that Germany should take measures not to remain complicit in the destruction of Arab or Persian life.
Unbedingt den ganzen Artikel lesen unter >>>

14.4. OSSIETZKY
Arno Klönne: Grass-Debatte: Ein Problem wird verrückt 
Ein prominenter deutscher Literat gibt lyrisch, aber ungereimt seinen Protest kund gegen kriegerische Pläne der israelischen Regierung, auch dagegen, daß die Bundesrepublik dieser Regierung militärische Instrumente liefert – und schon haben die Medien hierzulande ihre neue Sensation: Da sei er »rausgekommen, der neue Antisemitismus«. Günter Grass habe nun »wie ein SS-Mann« sich geäußert, sagt Henryk M. Broder, der als erster in der Springer-Welt eine geschäftige Hysterie um den »Blechtrommler« in Gang setzte, und der Zeit-Herausgeber Josef Joffe schrieb Grass gar eine »Karriere« in der Waffen-SS zu, so als sei diese Weltanschauungstruppe des »Dritten Reiches« von dumpfbackigen Siebzehnjährigen kommandiert worden. Wer sich auf diese geballte Verurteilung des Nobelpreisträgers nicht einlassen will, ist in Versuchung, schlicht dagegenzuhalten und mit der jungen Welt auszurufen: »Grass hat Recht.« Aber womit? Mit seiner Warnung vor einem Militärschlag gegen den Iran, ja. Auch mit seiner Kritik an der Politik der deutschen Bundesregierung. Aber die Strophen von Günter Grass, wie ich sie lese (Gedichte sind deutungsoffen, so ist das auch in diesem Fall), sind keineswegs eine hinreichende und überzeugende Darstellung der weltpolitischen Konfliktlage, welcher die in Israel herrschende Politik entstammt und in der sie aggressiv ihre Rolle spielt. mehr>>>

14.4. OSSIETZKY
Norman Paech: Freunde Israels
Was für eine Kampagne, was für ein kollektiver Offenbarungseid. Endlich gibt es eine Stimme, die das zur Provokation und zum Skandal erheben kann, was seit Jahren bekannt ist, aber weitgehend verschwiegen wird. Ich meine nicht nur das Schweigen der Medien, in denen der »Tatbestand« zwar mitunter erwähnt aber letztlich akzeptiert wird. Es geht um die Politik, die allein die Gefährdung des »brüchigen Weltfriedens« (Günter Grass) abwenden könnte. Sie unternimmt dagegen nichts, sie treibt die Gefahr sogar voran mit der Lieferung von U-Booten, deren »Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist« (Günter Grass). Das ist unmißverständlich und klar, emphatisch in der Form eines Gedichtes, das sich zwar nicht reimt, aber den Aufschrei eines Schriftstellers, der sein langes Schweigen gegen die Heuchelei zunehmend als Lüge nicht mehr ertragen kann, umso glaubhafter macht. Eine Atommacht, die fast täglich Kriegsdrohungen gegen einen Nachbarstaat ausstößt, so daß nicht mehr darüber diskutiert wird, ob, sondern nur noch darüber, wann der Angriff erfolgt, ist eine Gefahr für den Weltfrieden. Auch die Leugnung des Holocaust, die Zweifel an der Beteuerung, Atomkraft nur für zivile Zwecke einsetzen zu wollen, und die Angst vor einer feindlich gesinnten Regierung geben keine Rechtfertigung für die Drohung mit einem Angriff. Denn Teheran hat nie mit einem Krieg gegen Israel gedroht. Wer aber in dieser Situation noch Trägersysteme für den Abschuß der Atomsprengköpfe liefert, kann seine »Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden tilgen«, wenn es zu ihrem Einsatz kommt. Was ist empörender, der Tatbestand oder seine klare Benennung, die Warnung?
Für die Meute der Feuilletons und die aufgebrachten Chargen der Politik ist es die Warnung des Autors und nicht die Kriegsdrohung des Staates. Wäre es nicht Israel, wäre alle Welt alarmiert. mehr>>>

16.4. JUNGE WELT 
Falsches Zitat
Martin Forberg fragt im Internetblog palestina-portal.eu, warum Hellmuth Karasek in der Osterausgabe der Berliner Morgenpost ein Zitat von Günter Grass gefälscht hat: mehr>>>

17.4. Internetzeitung GANZ LINKS
Dr. Sabine Schiffer: Grass, Ahmadinejad und Claus Kleber
Ob es sich beim inkriminierten Prosa-Gedicht von Günter Grass um ein gelungenes Stück Literatur handelt oder nicht, der Nobelpreisträger hat mit seinem Text provoziert.
Die Mehrheit der veröffentlichten Reaktionen bestätigt zudem seine Theorie von einem Tabu, denn natürlich kann man die israelische Politik kritisieren, wie es viele sagen und wir gerade wieder vorgeführt bekommen, aber wehe dem, der es wagt.
Die aktuelle Debatte ist aber gut geeignet, um die Tabuisierungstechniken zu studieren, die erfolgreich angewandt werden, um das Gesagte seiner pazifistischen Wirkung zu berauben: Das Aufspüren von Aspekten, die eine Parallelisierung mit historischen Antisemitismus und dem Nationalsozialismus ermöglichen, tun dabei ihre relativierenden Dienste. mehr>>>
 

18.4. NRhZ
Evelyn Hecht-Galinski: Die willigen Helfer der einzigen Demokratie………
Der Literaturnobelpreisträger wagte es auszusprechen: "Israel stellt eine Gefahr für den Weltfrieden dar." Fakt ist, dass Israel keine anderen "Atom-Götter" neben sich dulden will. Es darf nur eine Atommacht geben in Nahost. Fakt ist auch, dass Israel schon mehrfach gezeigt hat, dass es auch wahr macht, was es ankündigt. Fakt ist auch, dass Günter Grass viel eher und viel mehr hätte sagen müssen. Aber besser spät als nie!  mehr>>>

18.4. ELECTRONIC INTIFADA
Ilan Pappé: Israel rides the rollercoaster of mass hysteria
... a poem by an 85-year-old honest and noble Nobel laureate, Günter Grass, which warned against an Israeli attack on Iran and pleaded with the Israelis to show compassion towards the occupied Palestinians, was depicted as a text that is not only worse than Adolf Hitler’s Mein Kampf but one that could have a similar impact on history. Hence, the national response was entrusted to the hands of Prime Minister Benjamin Netanyahu and Minister of the Interior Eli Yishai who banned the entry of the ageing bard. ...  ganzer Text hier>>>

20.4. (?)
FREERK HUISKEN: Deutscher Großdichter als Weltgewissen - national abgewatscht

29.4. DER FREITAG
Daniela Dahn: Krieg als vermeidbares Unglück
Juliane Wetzel hat Günter Grass im ­Freitag vorgeworfen, er bediene antijüdische Klischees. Andere haben kritisiert, Grass spiele mit Tabus. Daniela Dahn zieht nun Bilanz
Ist die Debatte um den als Gedicht kostümierten Warnruf von Günter Grass als Gelegenheit zum kollektiven Nachdenken genutzt worden? Das wäre ein Wunder gewesen, bei den tradierten Riten der deutschen Öffentlichkeit. Diese hat ein Beschimpfen und Beleidigen vorgezogen, ein Unterstellen von Schuld und falscher Gesinnung, ein Anempfehlen von Schreibverzicht und Klappe halten. Die Risiken und Nebenwirkungen intellektueller Einmischung sind hierzulande hoch. Dass da jemand, ob altersweise oder -eigensinnig, einzig die Sorge um einen von Tag zu Tag absehbareren, ebenso verheerenden wie vermeidbaren Krieg umtreibt, wird auf dem Schlachtfeld der Polemik als Motiv nicht durchgelassen. mehr>>>

10.5. DER TAGESSPIEGEL
 Malte Lehming: Israels Botschafter fordert redliche Debatte über Günter Grass
Darf Günter Grass Ehrenpräsident der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum bleiben? Israels Botschafter fordert eine "intellektuell redliche Diskussion“. Charlotte Knobloch spricht von einem „israelfeindlichen Mainstream“ in Deutschland. mehr>>>

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